Funktionalität der Jagdbekleidung im Test – erfahren Sie mehr

Auf Design und Funktionalität kommt es auch bei der Jagdkleidung an. Kleinigkeiten können da schon „das Leben erleichtern” und die Freude an der Jagd heben. Bei den Plosen schätze ich den normalen Schnitt, der über die Stiefel getragen wird. Eng anliegende Stiefelhosen sind nur empfehlenswert, wenn man auch Stiefel mit „höherem” Schaft dazu trägt. Vielfach sind die Beinabschlüsse mit Klettverschlüssen oder justierbarem Corduraband ausgestattet. Damit ist eine enge Anlage am Stiefelschaft gewährleistet. Auf Reißverschlüsse mit verdeckender Klappe an den Beinen kann ich verzichten. Sie sind nur bei Überhosen von Vorteil, wenn man beim Anziehen die Schuhe schon an hat. Als ideal erwiesen sich die kräftigen, justierbaren Gummizüge an meiner Weatherbyhose sowie die Cordurabänder an meiner Laksenhose. Man kann damit die Hose enganliegend festzurren. An Gamaschen braucht man da gar nicht erst zu denken, sie sind bei diesem Beinabschluss in aller Regel entbehrlich. Von Beintaschen halte ich wenig. Sie braucht man selten. Seitliche Schubtaschen und Gesäßtasche sind ausreichend. Sinnvoll können Knöpfe für Hosenträger am Bund sein. Viele Jäger schätzen Hosenträger, auch wenn ein Gürtel ausreicht. Als toll empfinde ich bei meiner Laksen-Hose die gepolsterte, bestens isolierte sowie verstärkte Kniepartie.

Lüftungsschlitz mit Netz unter den Achseln

Beinabschluss an Laksen-Hose und Handschuhe

Nicht nur beim Heranrobben auf den Knien etwa auf Fels im Gebirge oder nassem Moos hat das Vorteile. Ideal ist das auch beim Ansitz, da die Knie am schnellsten kalt werden. Selbst bei großer Kälte im arktischen Norden Kanadas hatte ich da warme Knie, somit einen idealen Gesundheit-schutz des empfindlichen Gelenks.

Bei der Jagdjacke gibt es viel mehr Details. Sie reichen von der Funkgeräte- bzw. Handytasche bis zu Patronenschlaufen in der Tasche. Hühner- oder Fasantaschen am Rücken benutzt man heute kaum noch. Gut aber das bei meiner Laksen-Jacke darin untergebrachte und herausnehmbare Sitzkissen. Man kann es nicht vergessen und hat damit nicht die Hände voll beim Gang zum Ansitz. Viele Taschen sind heute obligatorisch, große Taschen vorne, entweder mit Reißverschluss zu verschließende Taschen oder Taschen mit Klappe und Knöpfen. Ebenso ratsam eine verschließbare (seitliche) Innentasche für die Papiere. Nicht fehlen sollten höher gelegene verschließbare Schubtaschen, die zum Händeaufwärmen mit Fleece warm gefüttert sind. Ob man ein paar Patronenschlaufen in einer Tasche hat, halte ich für zweitrangig. Dagegen ist ein Gummi- oder Kordelzug in der Taille und auch am Jackensaum sehr ratsam. Man muss die Jacke eng anliegend festzurren können, damit Wind nicht darunter „hochpfeifen” kann oder Feuchtigkeit einen leichten Weg findet einzudringen. Der Hauptreißverschluss (Zwei-wegesystem) muss durchgehend mit einer Klappe überdeckt sein. Ideal sind ansonsten gummiarmierte wasserfeste Reißverschlüsse oder zumindest verdeckende Klappen an den Reißverschlüssen der Taschen. Eine Jagdjacke muss einen hochschließbaren Kragen haben, der einen Schal überflüssig macht. Ferner ist eine große Kapuze, die weit ins Gesicht reicht, evtl. einen kleinen Schirm hat und warm gefüttert ist, nahezu unentbehrlich. Die Kapuze muss vorne schließbare Seitenteile haben. Im Endeffekt dürfen nur noch Nase und Augen herausschauen. Erst dann bietet sie einen idealen Wind- und Wetterschutz. Die Kapuze sollte oben bzw. hinten ein Justierband haben, damit sie eng anliegend getragen werden kann. Auch ein Kordelzug kann dazu beitragen.

Keinesfalls sollte starker Wind richtig reinblasen oder sie gar wegblasen können. Viele dünne Kapuzen im Kragen sind die Bezeichnung nicht wert. Allerdings lassen sich auch kräftige Kapuzen im Kragen unterbringen. Persönlich mag ich keine abzippbaren Kapuzen. Ich finde eine fest angebrachte Kapuze stört nie und leistet bei Bedarf beste Dienste.

Es gibt tatsächlich ebenso Bekleidung für Jagdhunde und zwar die so genannte Hundeschutzwesten von Browning

Wichtig sind noch justierbare Ärmelabschlüsse. Sehr gut bewährt haben sich da Klettverschlüsse. Eine Ellenbogenverstärkung hat sowohl Vorteile beim liegenden Schießen als auch als Wärmeschutz für das Gelenk bei großer Kälte. Vor allem bei anstrengenden Jagden haben sich Reißverschlüsse mit darunterliegendem Gittergewebe im Achselbereich bewährt. Geöffnet sind es ideale Lüftungsschlitze, sodass hier auch Feuchtigkeit entweichen kann und Luft kühlt.

Handschuhe hat man je nach Geschmack. Leichte Sommerhandschuhe aus Baumwolle, Wollhandschuhe, Lederhandschuhe (ungefüttert oder gefüttert) sowie Fleecehandschuhe stehen zur Wahl für verschiedenartige Einsätze. Nicht fehlen sollte aber ein nässefester Handschuh mit Thinsulate-Isolierung und atmungsaktiver Membrane wie Gore-tex. Er sollte einen langen Schaft haben. Ideal ist ferner ein Justierband um das Gelenk. Schlitze im Schieß-finger sind nur zum Eindringen von Kälte oder Nässe. Ich schieße oft mit Handschuhen. Selbst mit guten Winterhandschuhen ist das kein Problem, vorausgesetzt, man benutzt keinen Stecher.

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