Jagdbekleidung für Safari in Afrika, Jagd in der Arktis und Unterbekleidung Teil 1

Safaribekleidung für Afrika in Afrika, Jagd in der Arktis und Unterbekleidung
Die Zeiten sind längst vorbei, als man sich noch ein paar Tage vor Beginn der Jagdreise im Jagdland einkleidete. Es war durchaus üblich, dass man sich vor einer Ostafrika-Safari in Nairobi, Arusha oder Dar- es-Salam mit maßgeschneiderter Safarikleidung versorgte. Ich erlebte dies lediglich einmal, als die Kleiderkoffer meiner Frau und Tochter verspätet in Kamerun ankamen. Unser Outfitter schleppte beide am Morgen zum Schneider und abends wurden schon die neuen Outfits geliefert, sodass die Safari beginnen konnte.

Die Kleidung bei einer Afrikasafari kann spärlich ausfallen, da man ja täglichen Wäscheservice hat. Klassische Materialien sind Seide und Baumwolle. Seidenhemden oder -Unterwäsche ist schnell vollkommen durchnässt. Ich mag sie nicht. Meist trug ich in Afrika Baumwollkleidung. Einfache Baumwollhosen und solide starke Baumwollhemden sind ideal. An Farben eignen sich Khaki, Grün oder Beige. Von Vorteil kann eine leichte Safariweste aus Baumwolle sein. Es gibt natürlich auch spezielle Safari-Jacken aus Baumwolle nach klassischem Vorbild. Ich bevorzuge eine normale Jagdjacke aus robustem, windundurchlässigem Material sowie Membranenschutz, etwa die Roe-Deer, Brenner oder Forest Hunter Jacken von Fjäll Räven, die Outland Action oder Highlander von Chevallier, oder die Argali-Light von Blaser.

Für die frühen Morgen- oder Abendstunden sollte man einen leichten Pullover oder eine leichte Fleeceweste dabei haben. Nicht fehlen darfeine Mütze mit langem Schirm, etwa eine Baseballmütze. Nachteilig ist, dass der Nacken von der Sonne ungeschützt bleibt. Hier bietet sich die Krieghoff Safari- Mütze nach Vorbild der französischen Legionärsmütze mit Nackenschutz an. Ideal sind breitkrempige, leichte Baumwollhüte. Leichte Baumwoll- oder Lederhandschuhe ergänzen die Ausrüstung.

Für den Regenwald eignen sich als Unterhemden Netzhemden. Ansonsten muss man mit stets feuchter Kleidung auskommen. Ein Freund von mir benutzte im Regenwald einen Regenponcho, den er bei schweren Regenfällen anlegte. Auf meiner letzten Safari in Zimbabwe benutzte ich moderne Mischgewebe bei Hose und Hemden sowie bei der Unterwäsche. Ich muss sagen, dass diese modernen Materialien ideal für die Afrikajagd sind. Dazu trug ich einen leichten Fleece-Anzug von Laksen. Die leichte Fleeceweste hielt gut Wind ab und ersetzte am Morgen die Jagdjacke voll. Hemd und Hosen von Laksen waren aus einem Mischgewebe aus Nylon und Baumwolle. Dieses Mischgewebe erwies sich als ideal. Durchschwitzt und nass geworden, trocknete es extrem schnell.

An Unterwäsche eignete sich die von Blaser bestens. Sie leitet Nässe sehr schnell ab und nimmt sie von der Haut. Auch sie trocknet sehr schnell. Ebenso gut erwies sich auch Chevaliers Unterwäsche aus Thermolite von DuPont. Die leichte, sehr angenehm zu tragende Unterwäsche besteht aus Hohlfasern und hat eine Art Netzstruktur, die man erkennt, wenn man sie gegen Licht hält. Dieses Material nimmt sehr schnell Feuchtigkeit von der Haut, speichert sie und gibt sie ab. Das Besondere daran ist, dass kein Abkühleffekt durch Verdunstungskälte eintritt. Eine hervorragende Allroundunterwäsche für alle Klimagebiete Afrikas.

Bei den Socken bewähren sich ebenfalls solche aus Mischgewebe wie die von Coolmax. Ansonsten zieht man reine Baumwollsocken an. Nicht vergessen sollte man in Afrika seine Sonnenbrille oder eine sich dunkel tönende Brille sowie Sonnenschutzcreme mit hohem Faktor.

Jagd in der Arktis
Wer im Winter in der Arktis jagt, benötigt entweder traditionelle Jagdkleidung aus Caribou- und Seehundfellen oder spezielle Arktiskleidung. Ich benutzte solche von Northern Outfitters. Sie hat eine Isolierweste und Isolierhose sowie spezielle Arktisschuhe. Über die Weste wird ein „Shell” getragen. Dazu gehören Sturmhaube und arktistaugliche Handschuhe sowie Antikontakthandschuhe zum Schießen, damit die Hände nicht an der Waffe anfrieren. Wichtig ist eine Gesichtsmaske, die auch die Nase schützt. Es gibt spezielle Masken, die die Atemluft vorwärmen (spezielles Gittersystem).

Unterbekleidung
Die Unterbekleidung einschließlich der Strümpfe sollte auf die Oberbekleidung genauso abgestimmt sein wie auf die jagdlichen Bedingungen. Beim Steigen im Gebirge sind die Anforderungen etwas anders als beim winterlichen Ansitz.

Die Unterbekleidung ist Teil des Zwiebelschalenprinzips von Jagdkleidung, wenngleich sie natürlich in der Regel nicht während der Jagd abgenommen oder gewechselt wird. Bei moderner Funktionsbekleidung müssen sich die getragenen Kleidungsstücke gegenseitig in ihrer Wirkungsweise ergänzen, um ein Wohlbefinden des Körpers zu gewährleisten. Gerade auf die Unterbekleidung kommt es dabei an. Schließlich kommt sie direkt mit der empfindlichen Haut in Berührung. Zunächst muss man für das Material ein angenehmes Empfinden haben. Man muss es einfach mögen. Es sollte weder kratzen, scheuern noch Juckreiz oder gar Allergien auslösen.

Die Unterwäsche soll durchaus straff an der Haut anliegen. Zu lose Unterwäsche „verknotet” sich gerne oder bildet unbequeme Falten. Ferner muss sie Bewegungsfreiheit gewährleisten. Sie muss ausreichend elastisch sein, um die Bewegungen des Körpers mitmachen zu können. Von dicken, wattierten oder daunengefütterten sowie abgesteppten Thermoanzügen ist man abgekommen. Sie sind für ausreichend Bewegungsfreiheit einfach zu dick und volumig. Die Unterbekleidung hat weder die Aufgabe, Wind abzuhalten, noch die Aufgabe, besonders isolierend zu sein. Für hervorragende Isolation und für Windstopp gibt es ausgezeichnete Oberbekleidung sowie Kleidungsstücke dazwischen.

Spezialkleidung für tiefste Temperaturen von Northern Outfitters

Verdunstungskälte
Unbehagen und Kälte entstehen durch Verdunsten von Wasser auf der Haut. Eine nasse Haut ist vor allem bei kühlen Temperaturen und/oder Wind sehr unangenehm. Die Unterbekleidung hat die Aufgabe, Wasser von der Haut zu nehmen und möglichst schnell nach außen abzugeben. Dabei soll die Haut möglichst trocken bleiben. Der nach außen geleitete Wasserdampf muss schnell verdampfen können. Natürlich schafft es kein Kleidungssystem, die beim Schwitzen produzierte Feuchtigkeit so schnell abzugeben, dass die Haut stets trocken bleibt. Gerade beim Feuchtigkeitstransport müssen die Kleidungsstücke aufeinander abgestimmt sein. Mehr nützlich als dicke „warme” (Woll-)Unterwäsche ist es, bei körperlich starker Anstrengung die Oberbekleidung abzunehmen. Besonders das Windschild. Man steigt eben nicht mit Jagdjacke auf, sondern nur mit Fleecehemd und Fleeceweste. So kann Feuchtigkeit schneller entweichen.

Auf der anderen Seite benötigt man auch beim Winteransitz auf Sauen keine „Thermounterwäsche” oder besonders dicke Unterwäsche. Selbst in der Arktis trug ich nur Polypropylen-Unterwäsche (Polarmax). Für Isolation und „Wärme” müssen die weiteren Kleidungsstücke sorgen. Als ich im kalten Lappland über drei Stunden einem Elchhund folgte und danach einige Stunden bei starkem sowie kaltem Wind herumstand, wusste ich, worauf es bei der Unterwäsche ankommt. Ich trug ein Unterhemd von Salewa aus 50% Baumwolle und 50% Polyamid. Es wurde stark nass und konnte die Feuchtigkeit weder ausreichend speichern noch schnell genug abgeben. Der Baumwollanteil ist wohl zu hoch. Das Hemd trocknete aber schnell. Es ist ideal für die Übergangszeit Sommer/Herbst.

Die Unterhosen „Alaska” von Köhler bestehen aus 100% Polyacryl. Das Material speichert Feuchtigkeit nicht, gibt Feuchtigkeit schnell ab, trocknet schnell und sorgt für Wärme. Ferner ist es sehr wärmeisolierend und elastisch. So fühlte ich im Bereich des Unterhemdes die Nässe auf der Haut und das Frieren durch Verdunstungskälte. Anders im Bereich der Unterhose (es war besonders am Rücken im Steißbeinbereich der Unterscheid sehr deutlich spürbar):
Ein warmes wohliges Gefühl ohne Frieren. Die deutsche Firma Köhler fertigt exzellente Jagdunterwäsche. Die Unterwäsche Microtex aus 65% Baumwolle und 35% Tactel lernte ich als Allroundunterwäsche schätzen. Sie ist ideal für kalte Temperaturen. Ich schätze sie genauso bei spätherbstlicher und winterlicher Gebirgsjagd mit großen körperlichen Anstrengungen wie auch beim Ansitz auf Fuchs und Sauen. Die Unterwäsche basiert auf zweilagiger Maschenware.

Die Tactel Microfaser (65%) transportiert Feuchtigkeit von der Haut und die Außenschicht aus Baumwolle (35%) gibt sie dank großen Flächenbereichs ab. Die Unterwäsche arbeitet feuchtigkeitsregulierend, ist atmungsaktiv und elastisch. Übrigens, Baumwolle kann bis zu 60% des Eigengewichtes an Wasser speichern. Von Köhler gibt es noch etwas wärmere Jagdunterwäsche Alaska aus Polyacryl. Sie ist bei kalten Temperaturen sehr universell einsetzbar, auch bei körperlicher Anstrengung. Natürlich gibt es zahlreiche Hersteller von Unterwäsche, die kurzfristig Feuchtigkeit speichern kann und diese von der Haut weg transportiert, etwa ein Feingewebe aus Dunova, eine Faser aus 60% Dacron, 30% Baumwolle und 10% Polyester. Unterwäsche von Löffler, Ceceba oder Transtex eignet sich für die Jagd sehr gut.

Transtex bietet neben Baumwolle (Anteil 28%) auch Unterwäsche mit 38% Wollanteil an. Die Unterwäsche mit hohem Wollanteil ist ideal bei sehr großer Kälte und für den Ansitz. Weiterhin sehr gut bewährt hat sich die Original termo (termoswed) Unterwäsche, eine Allroundunterwäsche für Pirsch und Ansitz im Herbst und Winter. Sie besteht aus 60% Polyolon (Polypropylen), 30% Baumwolle und 10% Polyamid. Auch termoswed ist eine warme Allround- Funktionsunterwäsche mit bester Eignung für Pirsch und Ansitz. Sie besteht aus Polypropylen (66%), Baumwolle (25%) und Polyamid (9%). Reine Unterwäsche aus Polyester halte ich für kalte Temperaturen nicht so geeignet. Es gibt aber auch hier Tricks, um Feuchtigkeit schnell von der Haut zu nehmen, z. B. durch eine vergrößerte Außenseite. Ich mag spezielle Unterziehhosen und Shirts aus Micro- fleece (100% Polyester) nicht. Sie sind volumiger als andere Unterwäsche und liegen nicht so gut am Körper an. Man kann sie natürlich zusätzlich über dünne Unterwäsche ziehen. Bei guter, auf das Wetter abgestimmter Oberbekleidung ist dies aber unnötig. Solche Unterziehanzüge gibt es auch aus Faserpelz (50% Polyacryl, 50% Polyester). Köhler Unterwäsche ist sehr hochwertig und praxisgerecht.


Hochwertige, federleichte Thermounterwäsche für extreme Temperaturen

Jagdbekleidung für Safari in Afrika, Jagd in der Arktis und Unterbekleidung Teil 2

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