Umgang mit Waffen und Munition – Das Waffengesetz Teil 2

Umgang mit Waffen und Munition – Das Waffengesetz Teil 2
§10 WaffG Erteilung von Erlaubnissen zum Erwerb, Besitz, Führen und Schießen
26 In welcher Form wird die Erlaubnis zum Erwerb lind Besitz von Waffen erteilt?
Die Erlaubnis erfolgt durch Ausstellen einer Waffenbesitzkarte oder durch Eintrag der Waffe in eine vorhandene Waffenbesitzkarte (WBK).
27 Wozu berechtigt die Waffenbesitzkarte?
Sie berechtigt im Allgemeinen zum Erwerb und zum Besitz (Ausübung der tatsächlichen Gewalt) von Schusswaffen.

28 Welche Fristen gelten für den Erwerb und die Anzeige von Waffen?
Die Erlaubnis zum Erwerb ist auf ein Jahr befristet, die Erlaubnis zum Besitz ist dagegen unbefristet. Binnen zwei Wochen nach Erwerb ist dieser der zuständigen Behörde anzuzeigen, damit eine Eintragung erfolgen kann.
29 Kann eine Waffenbesitzkarte auf mehrere Personen ausgestellt werden?
Ja, wenn darauf Waffen eingetragen sind, die mehreren Personen oder einem Verein als juristische Person gehören.

30 Wie ist der Erwerb von Munition geregelt?
Die Erwerbserlaubnis wird auf der WBK gesondert für die darauf eingetragenen Waffen erteilt. Ansonsten erfolgt die Ausstellung eines besonderen Munitionserwerbsscheines. Für Jäger gelten jedoch Sonderregelungen.
31 Darf der Inhaber einer Waffenbesitzkarte die darauf eingetragene Waffe problemlos führen?
Grundsätzlich muss zum Führen einer Waffe eine gesonderte Erlaubnis vorliegen. Diese wird in Form eines Waffenscheins erteilt. Auch hier gelten für Jäger Sonderregelungen.


Abb. 10.9: Zum Erwerb von Waffen und Munition benötigt der Jäger eine gültige Waffenbesitzkarte, zum Wiederladen eine Erlaubnis gem. § 27 des Sprengstoffgesetzes

§ 12 WaffG Ausnahmen von der Erlaubnispflicht
32 Welche Ausnahmen von den Erlaubnispflichten gibt es u.a. noch?
Eine Erwerbs- und Besitzerlaubnis benötigt nicht, wer eine Waffe als Inhaber einer WBK von einem Berechtigten:
– vorübergehend (max. einen Monat) für einen seinen Bedürfnissen entsprechenden Zweck erwirbt (leiht), oder
– zum Zweck der sicheren Verwahrung oder Beförderung erwirbt.
– auf einer Schießstätte vorübergehend zum Schießen erwirbt.
Eine Erlaubnis zum Erwerb und Besitz von Munition benötigt nicht, wer diese auf einer Schießstätte zum sofortigen Verbrauch erwirbt.

Eine Erlaubnis zum Führen von Waffen benötigt nicht, wer
– diese in einer Wohnung oder einem befriedeten Bezirk oder einer Schießstätte mit Zustimmung eines anderen führt.
– diese nicht zugriffsbereit und nicht schussbereit von einem zum anderen Ort transportiert (sofern dieser Transport dem dem Bedürfnis umfassenden Zweck entspricht).
– eine Langwaffe als Teilnehmer eines Sportwettkampfes auf einer festgelegten Wegstrecke führt.

33 Wer darf frei verkäufliche Waffen und Munition erwerben?
Nur Personen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und Jugendliche zwischen dem 16. und 18. Lebensjahr, die den Jugendjagdschein besitzen. Das gilt für Luftgewehre und -pistolen unter 7,5 Joule, Schreckschuss-, Reizstoffund Signalwaffen sowie Wühlmausapparate mit PTB-Zeichen, Einsteckläufe, Viehbetäubungsgeräte, Bolzensetzgeräte, Armbrust, Bogen und für Hiebund Stoßwaffen.
34 Darf der Jäger seine Schusswaffe seinem Nachbarn oder einem Verwandten zum Transport zu einem Schießstand oder zum Büchsenmacher oder zum vorübergehenden Verbleib (während des Urlaubs) übergeben?
Nur wenn dieser Nachbar oder Verwandte selbst im Besitz einer entsprechenden Erlaubnis ist. Vergleich zwischen den neuesten Wärmebildkameras von Leupold finden Sie hier

35 Welche Voraussetzungen müssen für die Erteilung einer Erlaubnis zum Führen von Schreckschuß-, Reizstoff- und Signalwaffen erfüllt sein (sog. Kleiner Waffenschein – § 10 Abs. 4
S. 4 WaffG)?
Zum Führen dieser Waffen ist das Erreichen eines Mindestalters von 18 Jahren erforderlich, außerdem der Nachweis des Vorliegens der Zuverlässigkeit und der persönlichen Eignung. Nicht erforderlich ist der Nachweis des Vorliegens der Sachkunde, des Bestehens eines Bedürfnisses und der Abschluss einer Haftpflichtversicherung (Umkehrschluß aus Anlage 2 zum WaffG Abschnitt 2 Unterabschnitt 3 Nr. 2 i. V. m. § 4 WaffG).

§13 WaffG Erwerb und Besitz von Schusswaffen und Munition durch Jäger, Führen und Schießen zu Jagdzwecken
36 Für welche Personen gibt es Ausnahmen von den allgemeinen Regelungen zu Erwerb, Besitz und Umgang von Schusswaffen und Munition?
In einem eigenen Unterabschnitt des WaffG werden für verschiedene gesellschaftliche Gruppen Besonderheiten hinsichtlich Erwerb, Besitz und Umgang aufgeführt. Hierunter fallen u.a. Jäger, Sport- und Brauchtumsschützen, Waffen- und Munitionssammler und Erben.
37 Was ist der Grund der Freistellung des Jägers von der Waffenscheinpflicht?
Der Gesetzgeber sieht kein Bedürfnis für einen Waffenschein bei Personen in befugter Jagdausübung und beim Jagd- und Forstschutz, weil durch das Jagd- und Forstrecht die Sicherheitsinteressen bereits in genügender Weise geregelt sind (§§ 15 – 19 und 23 – 25 BJagdG).

38 Wann wird bei Jägern grundsätzlich ein Bedürfnis für den Erwerb und Besitz von Schußwaffen nebst Munition anerkannt?
Wenn der Jäger Inhaber eines auf seinen Namen lautenden gültigen Jagdscheins ist, wenn er glaubhaft macht, dass er die Schusswaffen und die Munition zur Jagdausübung oder zum Training im jagdlichen Schießen einschließlich jagdlicher Schießwettkämpfe benötigt und die zu erwerbende Schußwaffe und Munition nach dem Bundesjagdgesetz nicht verboten ist (§13 Abs. 1 WaffG).
39 Zum Erwerb und Besitz welcher Waffen bedürfen Inhaber eines gültigen Jahresjagdscheines keiner Erlaubnis?
Zum Erwerb von Langwaffen und zwei Kurzwaffen sowie für Erwerb und Besitz von Munition für Langwaffen, soweit sie nach dem Bundesjagdgesetz nicht verboten sind bzw. ist.

40 Welchen Regelungen unterliegt der Jäger bezüglich des Führens von Jagdwaffen
Der Jäger darf seine Jagdwaffen auch ohne Erlaubnis zur befugten Jagdausübung führen und mit ihnen schießen. Er darf im Zusammenhang damit die Waffen nicht schussbereit führen.
41 Welche Bereiche umfasst der Begriff der „befugten Jagdausübung“?
Dazu gehören neben der eigentlichen Jagdausübung das An- und Einschießen der Waffe im Revier, die Ausbildung von Jagdhunden im Revier und der Jagd- bzw. Forstschutz.

42 Welche Vorschriften gilt es hinsichtlich des Ladezustandes der Waffe zu beachten?
Das Waffengesetz wird an dieser Stelle durch die VSG 4.4 (UW) „Jagd“ ergänzt, nach der geladene Waffen in Fahrzeugen untersagt sind
43 Was bedeutet der Begriff „im Zusammenhang damit“?
Hiermit ist das Führen der Waffe auf dem Weg zum Revier und vom Revier nach Hause gemeint. Hier darf der Jäger die Waffe lediglich in nicht schussbereitem, also entladenen Zustand führen.
44 Müssen Jäger vor Vollendung des 25. Lebensjahres für die erstmalige Erteilung einer Erlaubnis zum Erwerb und Besitz einer Schusswaffe ein Zeugnis über die geistige (persönliche) Eignung vorlegen?
Nein (§13 Abs. 2 S. 1 i. V. mit § 6 Abs. 3 S. 1 WaffG).

45 Wie ist der Waffenerwerb und -besitz bei Jugendlichen und während der Ausbildung zum Jäger geregelt?
Inhaber eines Jugendjagdscheines (nach § 16 BJagdG) dürfen keine eigenen Waffen auf Dauer erwerben. Sie dürfen solche nur für die Dauer der Jagdausübung oder des jagdlichen Schießens (Training) erwerben, besitzen und führen. Diese Regelung gilt auch auf dem Weg zum und von diesen Tätigkeiten („im Zusammenhang mit“), wo die Waffen in nicht schussbereitem Zu-stand transportiert werden müssen.

Im Rahmen der Ausbildung dürfen Personen Jagdwaffen nur mit schriftlichem Einverständnis des Ausbilders und unter der Aufsicht eines Ausbilders für diese Ausbildung erwerben, besitzen und führen. Sind die Auszubilden den noch minderjährig (ab 14 Jahre), müssen die Elten ebenfalls ihr schriftliches Einverständnis geben. Die Einverständniserklärung(en) muss der Auszubildende immer mitführen.

Umgang mit Waffen und Munition – Das Waffengesetz Teil 3

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